Ein guter Vortrag ist packend, spannend und informativ. Wir gehen jeden einzelnen Erfolgsschritt durch, von der geschickten Einleitung bis zum Ende.

Palina Tech – Wie halte ich eine perfekte Präsentation? (Teil 2)

von Ivon Farina

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Lesezeit: 0min.

veröffentlicht am 05.05.2019

Ein guter Vortrag ist packend, spannend und informativ. Wir gehen jeden einzelnen Erfolgsschritt durch, von der geschickten Einleitung bis zum Ende. Die technischen Hilfsmittel folgen im nächsten Teil.

Vortrag halten

Die Highlights einer Präsentation sind die unterschiedlichen Kommunikationswege. Gesendet wird an unser Großhirn.

Unsere rational denkende linke Gehirnhälfte fährt auf logische Denkmuster ab. Die rechte Seite ist weniger analytisch. Sie saugt Bilder und Stimmungen auf. Werden die beiden Hemisphären im Doppelpack beliefert, können wir neue Erkenntnisse auf eine größere Speicherkarte packen.

Durch die Verschmelzung von Optik und Akustik prägen sich Botschaften leichter ein.

Business Outfit

Bei optischen Signalen denken viele spontan an Slides. Weniger bewusst sind wir uns darüber, dass unsere Gestiken und der Körpereinsatz ebenfalls visuell wahrgenommen werden.

Bereits durch den angemessenen Business Look können Vorerwartungen gesteigert werden oder abflauen. Um optisch zu fesseln, sollte das Erscheinungsbild passend zur Gelegenheit gewählt werden. Vor Kunden repräsentiert man sowohl sich als auch das Produkt und eine Marke. Diese Verpflichtung erfordert eine besondere Sorgfalt. Eleganz steht einer Frau. Schlips und Anzug einem Mann. Fühlt man sich darin unbequem, kann das Jackett vor der Präsentation abgelegt werden. Wer es salopper mag, greift zu Hemd oder Pulli von hochwertiger Qualität.

Ein stilvolles Auftreten beweist ihr definitiv mit den minimalistischen Filztaschen von Palina Tech. Ihr macht eine gute Figur, wenn ihr Laptop, Smartphone und USB-Stick in den klassischen Filzhüllen verwahrt.

Gestik und Mimik

Die Stilmittel eines Vortrags sind:

  • Körpersprache
  • Folien
  • Individualität
  • Lebendigkeit

 

Mit den Armen lassen sich Präsentationen gezielt untermalen. Das, was wir sagen, erhält durch eine feine, dynamische Geste erheblich mehr Aussagekraft. Aber bitte kein Hochleistungssport, denn übertriebene Bewegungen lenken unnötig ab.

Dafür dürft ihr lächeln und Spaß an eurer Präsentation zeigen. Bei Angespanntheit hilft es, ein paar dynamische Schritte zu laufen oder freundlich zu nicken (weitere Informationen zum Thema Aufregung findet ihr im ersten Teil unserer Serie).

Wer sich mit dem Thema und seiner Rolle identifiziert, wird mit leuchtenden Augen und voller Elan vortragen. Das sind wertvolle, nonverbale Signale, die beim Auditorium Eindruck hinterlassen. Die innere Haltung kräftigt zugleich die Stimme, wodurch sie überzeugender wirkt.

Hohe Tonlagen klingen verspielt und naiv. Man nimmt sie weniger ernst. Tiefe Stimmen hören sich barsch an und erinnern an Kommandos. Am angenehmsten ist der mittlere Klanglaut.

Wenn ihr die verschiedenen Stimmlagen einüben wollt, legt eine Hand quer über den Bauch und eine über die Brust. Wer seine Stimmen beherrscht, kann sie rhetorisch einsetzen. Hohe Stimmen kommen aus der Höhe des Körpers, also aus Kopf und Hals, tiefe spürt man im Bauch, während in der mittleren Tonlage die Brust vibriert.

Mimikry – der unbewusste Spiegeleffekt

Menschen wiederholen, was sie sehen oder hören. Diese Erfahrung machen wir täglich. Jemand schaut in eine Richtung und im nächsten Moment sind es viele Köpfe, die sich umdrehen. Reflexartig.

Es gibt Redner, die unkonzentriert wirken. Andere sprechen monoton und beginnen jeden Satz mit „äh,…“ oder „hm,…“. Wieder andere haben schlecht geschlafen und lassen ihre Schulterpartie hängen.

Was spielt sich bei diesem Anblick unter den Teilnehmern ab? Die Auswirkungen gleichen dem Gähn-Effekt. Einer zeigt Ermüdungserscheinungen und andere ahmen es nach. Setzt die gefürchtete Kettenreaktion an, ist keiner mehr aus dem Wachkoma zu wecken. Das schlimmste Szenario bei einer Präsentation.

Der Grund für das unbewusste Imitationsverhalten liegt in unseren Spiegelneuronen. Das sind Nervenzellen, die, allein durch die Beobachtung einer Handlung, automatisch überlegen, ob sie nicht das gleiche machen wollen. Kein Teilnehmer käme bei einer lustlosen Konstellation auf die Idee: Ja, hier lohnt es sich aufzupassen.

Über das Phänomen der Spiegelung sollte sich jeder Redner bewusst sein. Zum Glück funktioniert es aber auch umgekehrt. Durch einen mitreißenden Vortrag stecken wir andere mit unserer Begeisterung an. Denn nicht nur Gestiken, auch Emotionen sind übertragbar.

Schritt-für-Schritt zu einer mitreißenden Präsentation

Wie eingangs erwähnt, richten sich Vorträge an die rechte und linke Hemisphäre.

Betrachten wir den linken Teil, ist dieser gefüllt mit Sprache und Zahlen. Ziemlich anspruchsvolle Prozesse also.

Um die Aufmerksamkeit zu erhalten, stellt sich vorab die Frage: Welches Ziel soll erreicht werden? Ein guter Redner braucht ein Ergebnis, auf das er hinsteuern will und den dazugehörigen Fahrplan.

Informationsvermittlung gelingt besser in kleinen Schüben. Dann können Teilnehmer die Botschaften strukturiert erfassen.Die Gliederung eines Vortrags in Einleitung, Hauptteil und Schluss bietet eine wertvolle Orientierungshilfe.

Palina Tech-Infobox – Checkliste für den Vortrag:

Zielsetzungführt zu...
Vorstellung Kennenerlernen
Überblick Aufklärung
Kenntnisse übermitteln Skills aneignen und beherrschen
Informationen Verständnis
Wissen Know how
Ergebnisse, z.B. Finanzzahlen Vergleichswerte und Entwicklung
Update Qualitätsverbesserung
Lösungen Überzeugung
Strategische Ausrichtung Zustimmung und Unterstützung
Erfahrungsaustausch Ideen, Kritik und Meinungen
Brainstorming Visionen
Fragen Antworten
Fehlerquellen Konstruktive Vorschläge

Einstieg

Herausragende Redner überzeugen durch Expertise und Verständlichkeit. Und sie wirken souverän durch ihre optimale Vorbereitung.

In der Praxis wird gerne ein konzentrierter Ablauf gewählt:

  • Begrüßung und Bekanntgabe des Themas
  • Einführung in das Thema
  • Gliederung mit passenden Überleitungen
  • Zusammenfassung der wichtigen Kernaussagen
  • Danksagung fürs Zuhören und Beantwortung offener Fragen

 

Jedes Element kann spezifisch bis exzentrisch gestaltet werden. So irritiert zu Beginn ein Überraschungsmoment. Statt sich vorzustellen, kann direkt mit einer Antwort begonnen werden, ohne dass eine Frage gestellt worden wäre: „Die Lösung ist …“ oder „Jetzt wissen wir endlich …“.

Unser Tipp:

Plant Zeitfenster für einen offenen Gedankenaustausch ein. Das wertet die Präsentation zusätzlich auf, ohne dass ihr dafür viel zu tun braucht.

Zeitmanagement

Einige Sekunden der Ruhe können hin und wieder bewusst wie ein persönliches Stilmittel eingebaut werden. Zuhörer verwirrt es, wenn jemand von einer Message zur nächsten hinüberhechelt oder vom Thema abschweift. Spätestens ab dem Mittelteil hat der Teilnehmer den Faden verloren und kann die Botschaften geistig nicht mehr verarbeiten.

Sollte die Zeit so schnell vergehen, dass ihr nicht pünktlich zum Ende kommen könnt, heißt es, dass ihr zuviele Informationen loswerden wolltet. Damit das nicht passiert, überprüft gelegentlich euer Redepensum anhand der Uhr. Informationsfluss und Zeitkontingent sollten im harmonischen Einklang sein.

KISS – in der Kürze liegt die Würze

Keep It Short, Stupid! Das bedeutet, Informationen soweit vereinfachen, dass Teilnehmer sie leicht verarbeiten können. In drei Tagen können wir geistig mehr Informationen speichern als in drei Stunden. In drei Stunden können wir wesentlich mehr aufnehmen als in 30 Minuten.

Vereint, was inhaltlich zusammenpasst und verzichtet auf Füllwörter. Bringt alles klar und deutlich auf den Punkt. Gegenüber den Teilnehmern wirkt es höflicher, fünf Minuten früher aufzuhören als fünf Minuten später.

Trotzdem sollte auf spontane Ausführungen oder Hintergrundinformationen aus dem Stegreif nicht verzichtet werden. Sie machen den originellen Part eines Vortrags aus.

Mehr als Kommunikation

Ein Student erzählte, wie er zur Verteidigung seiner Bachelorarbeit eine Präsentation abhalten sollte. Kurz vor Beginn der Präsentation diskutierte er mit seinem Tutor intensiv über das Thema. Der Austausch hatte nicht lange gedauert, aber für ihn war es eine hilfreiche Einstimmung. Der Student war bereits mitten im Thema.

Ob man lieber einen Small Talk führt oder einfach die Atmosphäre auf sich wirken lässt - es gibt kein Richtig oder Falsch. Oft entscheidet die Tagesform darüber, welche Option man wählt.

Aber, welche Vorträge bleiben am ehesten in Erinnerung? Wahrscheinlich kommen alle zu dem Schluss, dass es diejenigen sind, bei denen wir das Gefühl hatten, etwas gelernt zu haben. Oder die uns zum Nachdenken angeregt haben.

Das Interesse punktgenau zu treffen und einen persönlichen Bezug herzustellen bedeutet, den Teilnehmern einen Mehrwert zu bieten. Das können hilfreiche Tipps für den Alltag sein. Gute Messevorträge liefern beispielsweise nützliche Ratschläge und zeichnen sich von der Konkurrenz ab, wenn sie nicht nur reine Produktwerbung betreiben.

Palina Tech-Infobox – Tipps für die Präsentation, Teil 2:

  • Reduktion statt Komplikation
  • Strukturierter Fahrplan
  • Kurze Sätze
  • Einfache Erklärungen
  • Tolle Vorbereitung
  • Sich selbst aus dem Fokus nehmen
  • Pünktlich zum Ende kommen

Zusammenfassung – So gelingt der perfekte Vortrag

Vorsicht vor dem Spiegelreflex. Unsere Mimik und Gestik sendet ununterbrochen nonverbale Zeichen. Da wir uns nicht selbst sehen können, haben wir erschwerte Möglichkeiten, unseren Ausdruck zu überprüfen. Eine Videoaufnahme sensibilisiert und verbessert die Selbstkontrolle.

Je lockerer der Atem strömt, desto unverkrampfter bleibt der Körper. Eine aufrechte Körperhaltung festigt die Stimmlage. Eine positive Stimme klingt selbstbewusst und kann Spannung erzeugen statt zu lähmen.

Eine Performance wirkt umso glaubwürdiger, je mehr ein Redner durch persönliche Skills überzeugen kann. Dazu gehören Empathie, Fachkompetenz und die Kunst, auch weniger interessierte Menschen für ein Thema zu begeistern.

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Herzlichst, Ivon Farina

© Palina Tech

Writer

Ivon Farina schreibt Magazinbeiträge für Palina Tech. Mit heiterer Feder will sie euch Wissen vermitteln, zum Nachdenken anregen und Inputs für eure Karriere geben. Wenn euch ein Thema gerade intensiv beschäftigt, könnt ihr es uns mitteilen. Womöglich wird es unsere nächste Story. Schließlich haben wir unser Magazin entwickelt, um unseren Kunden einen Mehrwert zu bieten. Wir freuen uns auf euer Feedback!

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