Nimm dir den Arbeitsstress nicht nach Hause. Wie kannst du Arbeit und Privatleben trennen?

Palina Tech – Arbeit und Privates trennen

von Ivon Farina

veröffentlicht am 29.07.2018

aktualisiert am 29.07.2018

Nimm dir den Arbeitsstress nicht nach Hause. Wie kannst du Arbeit und Privatleben trennen?

 

Wenn der Kopf nicht abschalten kann

Selbst schuld, wer nicht abschalten kann. An diesem Spruch ist etwas Wahres dran.

Wir sind auf Multitasking trainiert. Das ist ziemlich anstrengend. Trotzdem können oder wollen wir nicht den Stecker ziehen. Pausenlos drängt es uns, etwas zu erledigen. Und wir müssen immer erreichbar bleiben. Bloß nichts Wesentliches verpassen. Nicht einmal im Urlaub. Gelobt sei das Tablet, geheiligt das Smartphone. Statt zu entspannen, glauben wir, der Weltuntergang stünde bevor, wenn wir ausschalten.

Ehrgeiz und hoch gesteckte eigene Erwartungen. Mit weniger als Perfektion geben wir uns nicht zufrieden. Und wir streben nach dem Idealzustand, deswegen missachten wir erste Warnzeichen und schonen uns nicht.

 

Die innere Balance

Es ist wichtig, die innere Balance zu wahren. Wer nicht auf sich aufpasst, spielt Russisch Roulette. Das kann – schlimmstenfalls – lebensgefährlich werden.

Es gibt eine Krankheit, die eng damit zusammenhängt, ob wir abschalten können oder ob wir so lange unter Hochspannung bleiben, bis wir wortwörtlich „ausgebrannt“ sind (engl. burn out) [1]. Die Rede ist vom Burnout-Syndrom. Das ist keinesfalls eine Managerkrankheit, wie vielfach angenommen wird. Burnout betrifft Mütter ebenso wie Schüler, Lehrer, Polizisten, Pflegeberufe oder Rentner. Dauerstress bis zur Erschöpfung umfasst jedes Geschlecht und Alter, alle sozialen Schichten und sämtliche Berufsgruppen. Zu den meistgenannten Ursachen für Burnout gelten neben Stress weitere Risikofaktoren wie Perfektionismus, Idealismus, aber auch Desillusionierung.

 

Die richtige Einstellung zur Arbeit

Sagt euch der Vitruvianische Mensch etwas? Sicherlich, denn die berühmte Zeichnung begegnet uns häufig. Oft hängt sie im Schaufenster von Apotheken. Und wer einen Euro aus dem Italienurlaub mitnimmt, hält ihn in Händen. Den Vitruvianischen Menschen, den Leonardo da Vinci so perfekt gezeichnet hat, dass die ausgestreckten Körperglieder sowohl in einen Kreis als auch in ein Quadrat hineinpassen. Das ist Harmonie.

Die richtige Einstellung zur Arbeit

 

Ebenso verlangt unser Körper nach harmonischen Bedingungen. Wir verhalten uns jedoch so, als gäbe es Ersatzteile aus der Recyclingbank und als stünde uns alle paar Jahre ein neuer Körper zur Verfügung. Schnell noch eine dringende Aufgabe erledigen und, falls noch Zeit bleibt, noch eine und rasch noch eine weitere. Und dann? Aufgeladen wie wir sind, legen wir einen Endspurt nach dem anderen hin, als würde es kein Morgen geben. Obwohl uns der Kalender Tag für Tag beweist, dass die Welt auch ohne unseren Übereifer nicht untergeht, glauben wir felsenfest daran, dass ohne unseren Einsatz auf einmal alles still stehen würde. Ist dem wirklich so?

 

Dynaxität – Wenn alles aus dem Ruder läuft

Dynamik auf allen Seiten führt zu dynamischen Komplexitäten.

Nie zuvor hat es in der Geschichte der Menschheit ähnliche Entwicklungen gegeben, die uns immer schneller, effizienter und analoger arbeiten lassen. Mit dem Flieger erreichen wir in wenigen Stunden einen anderen Kontinent und wir sind so eng vernetzt, dass wir für gemeinsame Konferenzen nicht einmal mehr an einem Tisch zu sitzen brauchen. Kommunikation und Information ist virtuell zusammengerückt. Ebenso der Wissenstransfer. Durch diese Dynamik wird unser Tempo beschleunigt, obwohl der Tag nach wie vor vierundzwanzig Stunden hat. Die Technologie erzeugt ihre eigene Komplexität. Einerseits ziehen wir unseren Vorteil aus den modernen Errungenschaften, andererseits kann uns Technologie überfordern, wenn wir sie nicht steuern können.

Wenn die beiden kritischen Faktoren aus temporeicher Dynamik und technologischer Komplexität zugleich ansteigen, wird eine dynamische Komplexität (Dynaxität) erreicht. Die Arbeit lässt uns nicht mehr los.

 

Körper - Geist – Seele

Arbeitspsychologen verweisen darauf, dass der Mensch im Einklang mit sich bleiben sollte. Sie unterscheiden dabei zwischen Körper, Geist und Seele. Wenn wir uns vorstellen, dass wir in einem Stockwerk drei Zimmer haben, dann sollte jeder Raum, dessen Tür wir öffnen, aufgeräumt sein.

Korper Geist Seele

Tipps für ein aufgeräumtes Haus

Zimmer 1 – Der Körper

  • Das Gewicht, das Immunsystem, selbst die Atmung ist mit einem gesunden Körper assoziiert. Daher öfter mal entspannen und an sich denken.
  • Sport hält fit und der Schweiß spült die Gedanken an die Arbeit aus den Poren. Statt immer den Aufzug zu nehmen, hin und wieder Treppen steigen oder eine Haltestelle früher aussteigen und einige Schritte laufen.
  • Frische Luft lädt den Akku. Wer zusätzlich durch den Park joggen möchte, nur zu!
  • Man ist, was man isst! Vitamine, Proteine, Ballaststoffe – gesunde Shakes und Powersnacks sind schnell zubereitet. Knopf drücken, umrühren, fertig.

Zimmer 2 – Der Geist

  • Kontrolle über die Arbeit ist wichtig, damit kein Chaos entsteht. Daher die Aufgaben nach Prioritäten sortieren und abarbeiten.
  • Die richtige Organisation und Planung ist die halbe Miete.
  • Zeitmanagement – wer rechtzeitig beginnt, hat den Kopf frei. Es ist aber auch von Vorteil, das Affentempo zu drosseln. Den Wecker spaßeshalber nicht nur morgens stellen, sondern auch dann, wenn die Arbeit aufhören soll.
  • Klare Ansagen treffen - Entscheidungen sollten nicht zu lange aufgeschoben werden, sonst kann der Kopf nicht abschalten.

Zimmer 3 – Die Seele

  • Positive Emotionen zulassen. Wenn ständig negative Gefühle überwiegen, sind depressive Stimmungen keine Seltenheit.
  • Wertschätzung und Lob beflügeln. Man kann zufrieden von der Arbeit abschalten.
  • Die Zufriedenheit, die wir innerlich verspüren, geben wir in Form von Ausstrahlung an die Außenwelt weiter. Zeit für sich nehmen, Freunde treffen, ins Kino oder kegeln gehen. Alles, was Freude macht, wird wie ein heiliges Ritual gepflegt.
  • Falls etwas nicht rund läuft, die Probleme geradeheraus ansprechen. Menschen besitzen eine Sprache, damit sie kommunizieren. Sich zu öffnen, beschert zudem neue Sichtweisen und weitet den Horizont.

 

Nach der Arbeit: Savoir Vivre!

Nach der Arbeit Savoir Vivre

 

Einen Cocktail trinken, im Bistro draußen Platz nehmen und die Beine lang ausstrecken, das Handy in der Filzhülle von Palina Tech steckenlassen, Lebenskünstler sein. Südländer pflegen ein Gefühl der Leichtigkeit. Die Italiener sagen dazu „süßes Nichtstun“, das Dolcefarniente. Unter Lebenskünstlern wird alles zelebriert. Männer kochen wie Mama. Sie kippen eine Packung Nudeln in Salzwasser, bereiten eine Tomatensauce zu, verfeinern diese mit einem Schuss Rotwein und raspeln ordentlich Käse darüber. Spätestens, wenn die Gabel die ersten Nudeln auffädelt und der herrliche Duft durch die Nase fährt, sind die Gedanken nicht mehr bei der Arbeit.

Einen schönen Feierabend!

 

Quellen:

[1] Burnout (de.wikipedia.org/wiki/Burn-out)

Hat Ihnen der Artikel gefallen?
Dann melden Sie sich zu unserem Newsletter ein. Der Newsletter wird einmal im Monat versandt.


Hier finden Sie unsere beliebten Infografiken zu unseren Themen.

Herzlichst, Ivon Farina

© Palina Tech



Über die Autorin Ivon Farina

Ivon Farina

Ivon Farina schreibt Magazinbeiträge für Palina Tech. Mit heiterer Feder will sie euch Wissen vermitteln, zum Nachdenken anregen und Inputs für eure Karriere geben. Wenn euch ein Thema gerade intensiv beschäftigt, könnt ihr es uns mitteilen. Womöglich wird es unsere nächste Story. Schließlich haben wir unser Magazin entwickelt, um unseren Kunden einen Mehrwert zu bieten. Wir freuen uns auf euer Feedback!

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.